Polymer-Technik Elbe GmbH
Lutherstadt Wittenberg, Sachsen-Anhalt
Ein kleiner Riss in Kunststoffen kann schnell zum Bruch führen. Daher ist vor Produktionsstart ein scharfes Auge gefragt, um Mängel frühzeitig zu erkennen und zu beheben. Bevor das Material verarbeitet wird, durchläuft es eine genaue Vorsorgeuntersuchung: Es wird gezogen, gebogen, geschlagen und bestrahlt.
Ist das Material standhaft geblieben? Perfekt! Zeigen sich jedoch Löcher, Risse oder bricht es komplett, müssen dringend Maßnahmen ergriffen und Verbesserungen entwickelt werden. Als Werkstoffprüfer:in bist du quasi der “TÜV” der Produktionsstoffe. Sind alle Qualitäts- oder Sicherheitsmängel behoben, gibst du grünes Licht für die Weiterverarbeitung der Kunststoffe zu den verschiedensten Produkten.
Bist du mit der Schule fertig, kann es direkt losgehen. Aus rechtlicher Sicht musst du keinen besonderen Schulabschluss vorweisen. In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass Ausbildungsunternehmen eher Auszubildende mit mindestens einem mittleren Schulabschluss, in manchen Fällen sogar mit allgemeiner bzw. fachgebundener Hochschulreife einstellen.
Für das gewählte Fachgebiet musst du ggf. einen Fachkundennachweis gemäß der Strahlenschutzverordnung vorlegen. Bist du noch nicht 18 Jahre alt, brauchst du außerdem eine ärztliche Bescheinigung über eine Erstuntersuchung.
Um bei deiner Arbeit richtig in den Flow zu kommen – besonders wenn es um das Verständnis der Maschinenfunktion geht – ist ein ausgeprägtes technisches Verständnis ein Muss. Nur so kannst du auch andere technische Abläufe nachvollziehen. Treten Qualitäts- oder Produktionsfehler auf, musst du schnell erkennen, wo das Problem liegt und wie es behoben werden kann.
Ebenso wichtig sind Kenntnisse in Chemie und Physik. Wenn du dich mit Werkstoffeigenschaften und Prüfverfahren auseinandersetzt, ist es notwendig, dich in die Grundlagen dieser Naturwissenschaften einzuarbeiten. Und wo Physik im Spiel ist, ist Mathematik auch meist nicht weit. Daher solltest du über solide Rechenfähigkeiten verfügen.
Was deine generelle Arbeitsweise angeht, sind Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein gefragt. Nur wenn du aufmerksam arbeitest und über eine gute Beobachtungsgabe verfügst, kannst du potenzielle Mängel und Fehler rechtzeitig erkennen.
Du hast dein Ausbildungszertifikat in der Tasche – jetzt geht´s los ins Berufsleben. Doch vielleicht kommt irgendwann der Moment, in dem du merkst: Da geht noch mehr. Du fragst dich, welche Aufstiegsmöglichkeiten es auf deinem Karriereweg gibt.
Um beruflich weiterzukommen, kannst du eine Weiterbildung zum/zur Techniker:in in der Werkstofftechnik absolvieren.
Mit der allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulreife würde dir der Weg an die Universität offen stehen. Dort könntest du zum Beispiel Werkstoffwissenschaften oder Werkstofftechnik studieren – ein Studium, das deine beruflichen Perspektiven noch einmal deutlich verbessert.
Wenn du richtig durchstarten willst, ist auch eine Promotion möglich, mit der du dir den Doktortitel sichern kannst. Und wer weiß – vielleicht zieht es dich später an die Uni zurück, dieses Mal als Lehrende:r? Eine Professur zählt zu den höchsten akademischen Karrierezielen.
Du hast es vielleicht schonmal gehört, aber in Mitteldeutschland geht echt mehr als du denkst. Und diese Unternehmen leben’s vor. Check die mal aus!
Die Anforderungen an Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit werden auch in der Kunststofftechnik künftig eine zentrale Rolle spielen. Die Stoffe, die bspw. für die Produktion von Spielzeug, Fensterrahmen oder den Verbau als Autoarmaturen gedacht sind, müssen stabil und im besten Fall nachhaltig sein.
Als Werkstoffprüfer:in trägst du dazu bei, dass Materialien langlebig, effizient und fehlerfrei verarbeitet werden. Das ist nicht nur technisch relevant, sondern auch ein aktiver Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit: Denn je länger ein Werkstoff hält, desto seltener muss er ersetzt werden – das spart Energie, schont Ressourcen und reduziert Abfall.
Dein Berufsfeld entwickelt sich kontinuierlich weiter. Künstliche Intelligenz wird künftig eine noch größere Rolle spielen – etwa bei der Analyse von Prüfdaten, der automatischen Fehlererkennung oder der Entwicklung innovativer Werkstofflösungen. Es reicht also nicht mehr aus, nur klassische Prüfverfahren zu beherrschen – auch der Umgang mit digitalen Tools und smarten Systemen wird immer wichtiger.
Werkstoffprüfer:innen sind nicht nur an der Werkbank gefragt, sondern tragen aktiv zu einer nachhaltigeren und intelligenteren Industrie bei. Um diese Entwicklung weiter voranzutreiben, braucht es stets motivierte Fachkräfte, die sich für qualitätsstarke Materialien einsetzen.