Weingut Karl Friedrich Aust
Radebeul, Sachsen
Stell dir vor: Sommerabend, du chillst mit deinen Leuten aufm Balkon und sippst ‘nen nicen Wein. Irgendwann wird die Stimmung lockerer und ihr quatscht einfach nur noch Unsinn. Und dann kommt die Frage auf: Wie werden diese kleinen grünen oder roten Trauben eigentlich zu diesem Zeug, das so gut schmeckt und manchmal echt teuer ist?
Die Antwort liegt in der Önologie – der Wissenschaft des Weinbaus. Es braucht Expert:innen, die ihr Wissen und Handwerk in die Produktion stecken. Dabei kommt es auf den richtigen Zeitpunkt der Ernte – der Traubenlese – an. Dann wird gegärt. Nicht einen Tag, nicht zwei Tage, sondern mindestens ein bis mehrere Wochen. Darauf folgen Veredlungsprozesse, die dem Wein das gewisse Etwas verleihen. Und dann: in die Weinflasche, über ins Glas – vorausgesetzt er muss nicht noch über Jahre in einem dunklen Keller gelagert werden.
Ganz schön viel Know-How, was es für eine:n Önolog:in braucht. Wie cool wäre es, wenn du der/die Weinspezialist:in in deinem Freundeskreis bist und alle mit Wissen –und exquisitem Wein versorgst?
Zugang zum Studium der Önologie bekommst du grundsätzlich mit dem (Fach-)Abi. Willst du das Fachgebiet im dualen Studium (in Kombination mit einer Ausbildung als Winzer:in oder Weintechnolog:in) studieren, musst du dir außerdem ein Partnerunternehmen suchen, mit dem du einen Ausbildungs-, Praktikums- oder Arbeitsvertrag abschließt. Manche Universitäten verlangen zusätzlich, dass du vor Studienbeginn schon mal ein Praktikum in einem passenden Betrieb absolviert hast.
Was schulische Grundlagen betrifft, solltest du in Bio, Mathe, Chemie und Physik fit sein. Bist du später in die praktische Arbeit eingetaucht, braucht es Verantwortungsbewusstsein, organisatorisches Talent, Sorgfalt und natürlich einen guten Geschmackssinn! Wie willst du sonst erkennen, ob der Wein gut ist?
Hast du nach dem Bachelor noch nicht genug vom Studieren oder das Gefühl, dir fehlt noch mehr Wissen für deinen Traumberuf? Es gibt weiterführende Studiengänge, die dir eine tiefere Spezialisierung in der Branche ermöglichen.
Dazu zählen:
Du kannst also entweder Spezialist:in im landwirtschaftlichen Bereich, in der Produktion von (Spaß-)Getränken oder in der Wirtschaft werden, wo du dir überlegst wie man Produktion und Vertrieb nachhaltiger gestalten kann. Nichts muss, aber alles kann. Also schau, was am besten in dein (Berufs-) Leben passt.
Du hast es vielleicht schonmal gehört, aber in Mitteldeutschland geht echt mehr als du denkst. Und diese Unternehmen leben’s vor. Check die mal aus!
Auch im Weinbau und der Weinherstellung nimmt die Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle ein. Um die Umwelt zu schonen, kommen zum Beispiel innovative Bewässerungstechniken zum Einsatz, die Biodiversität wird gezielt gefördert und immer mehr Betriebe arbeiten an einer CO2-neutralen Produktion. Diese Entwicklungen sind auch im Hinblick auf das EU-Klimaziel relevant, das eine Treibhausgasneutralität bis 2050 vorsieht.
Dabei kommt es auch auf die Umstellung auf heimische Rebsorten und die Produktion von Bio-Wein an. Das heißt: Pestizide und chemische Düngemittel sollten aus dem Sortiment der Hilfsmittel entfallen. Auch bei der Verpackung gibt es Potenzial: Langlebige Mehrwegflaschen, leichtere Glasflaschen oder recycelbare Materialien können die Klimabilanz verbessern.
Der Weinbau kann durch smarte Technik immer weiter optimiert werden. Mithilfe von Drohnen erfasst du schnell den aktuellen Wachstumsstand, die Wasserversorgung und eventuell auftretende Bodenerosionen. Sensoren stehen dir dagegen in den Kellereien bereit, um z.B. Säurewerte zu ermitteln und zu überwachen. Darüber hinaus gibt es noch verschiedenste Softwares, die dir etwa bei der Vorhersage der Erträge oder bei der Terminplanung und Orga schnelle Ergebnisse ermöglichen.
Es gibt noch viel Potential für mehr Nachhaltigkeit in der Weinbau-Branche. Motivierte und engagierte Fachkräfte sind daher unerlässlich, um sich tatkräftig für die positive Entwicklung, den Erhalt guter Weine und den Genuss der Feinschmecker:innen unter uns einzusetzen.