ZFB ZENTRUM FÜR BUCHERHALTUNG GmbH
Leipzig, Dresden
Seit Langem liegt der Trend darin, “Vintage” zu kaufen. Der Kauf von gebrauchten Stücken ist deutlich ressourcenschonender als der Neukauf – good point! Zugleich verleihen altes, dunkles Holz, historische Verzierungen und die oft jahrhundertealte Geschichte den Gegenständen einen unvergleichlichen Charme.
Es sind Restaurator:innen, die dem altersbedingten Zerfall dieser wertvollen Objekte, seien es Möbel, Gemälde, Skulpturen oder Bauwerke, professionell begegnen. Sie arbeiten mit dem Ziel, minimale Eingriffe vorzunehmen, um den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen. Dank ihres tiefgreifenden Wissens über Materialien und deren Alterungsprozesse sorgen sie dafür, dass diese Stücke erhalten bleiben.
Ihre Arbeit ist unerlässlich, denn ohne ihre Expertise würde der Welt ein Großteil ihrer antiken Gebäude sowie ihrer Kunst- und Kulturgegenstände verloren gehen.
Um als Restaurator oder Restauratorin durchzustarten, braucht es ein Studium an der Uni oder Fachhochschule. Zugang zum Studienfach “Restaurierung” gewährt dir dein (Fach-)Abitur. Welche Bewerber:innen die Hochschulen letztendlich aufnehmen, hängt vom jeweiligen Auswahlverfahren ab – dazu können sowohl Vorpraktika, praktische Arbeiten als auch Vorstellungsgespräche zählen.
Und fachlich? Interesse für Kunst kann als Grundvoraussetzung angesehen werden – gerade die Geschichte der Kunst wird immer Thema sein und deine Arbeit beeinflussen. Bei der Aufbereitung der Artefakte wirst du chemische Substanzen gezielt anwenden und Proben analysieren, um beispielsweise die Rolle von Bakterien beim Verfall der Gegenstände zu klären. Grundlegende Kenntnisse in Chemie und Biologie sind daher von Vorteil. Damit das Ergebnis auch den ästhetischen Anforderungen entspricht, ist künstlerisches und handwerkliches Talent gefragt. Mit deiner sorgfältigen, präzisen und verantwortungsvollen Arbeitsweise erweckst du veraltete Kunst- oder Möbelgegenstände wieder zum Leben!
In der Praxis:
In der Lehre und Wissenschaft:
Nach dem abgeschlossenen Bachelorstudium steht dir die Welt offen. Du hast die Wahl: Du kannst direkt in die Berufswelt einsteigen und dein Wissen durch Anpassungsweiterbildungen aktuell halten, oder die gewonnenen Kenntnisse durch ein Masterstudium vertiefen.
Mit Anpassungsweiterbildungen kannst du dich zum Beispiel in den Bereichen Denkmalschutz/Denkmalpflege, Holzkunde/Holzwerkstoffe/Holzbe- und -verarbeitung, Bildhauerei/Plastisches Gestalten oder Geschichte/Kulturgeschichte up to date halten. Zieht es dich eher (zurück) in den Hörsaal, bieten dir diese Studiengänge die Möglichkeit, deine Aufstiegschancen zu pushen:
Solltest du eine Karriere in der Wissenschaft, Privatwirtschaft oder in der öffentlichen Verwaltung anstreben, ist der Master ein Muss. Für die Arbeit an der Hochschule sind außerdem die Promotion und ggf. die Habilitation gefragt.
Du hast es vielleicht schonmal gehört, aber in Mitteldeutschland geht echt mehr als du denkst. Und diese Unternehmen leben’s vor. Check die mal aus!
Die Restaurierung ist praktisch der Inbegriff der Kreislaufwirtschaft. Du arbeitest mit Objekten, die restauriert werden müssen, und setzt deine ganze Leidenschaft ein, um ihren ursprünglichen Zustand und Glanz wiederherzustellen. So kann auf die Herstellung eines neuen Produkts verzichtet und große Mengen an Ressourcen eingespart werden. Ein riesiger Gewinn für die Umwelt!
Wie in vielen Branchen macht sich die Digitalisierung auch in der Restaurierung nützlich. Von 3-D-Druck und 3-D-Laserscanner bis hin zum Color Reader, der selbst feinste Farbabstufungen erkennt – diese neuen Technologien eröffnen eine ganz neue Art der Arbeit in der Restaurierung.
Was die Berufsaussichten betrifft, sind Restaurator:innen mit einem abgeschlossenen Studium bestens ausgebildet und gut aufgestellt. Die vielfältigen Einsatzbereiche umfassen Museen, Archive, Behörden, private Restaurierungsfirmen sowie Forschungseinrichtungen, oder führen in die Selbstständigkeit mit einem eigenen Atelier. Zahlreiche Kunst- und Kulturgüter benötigen dringend die Expertise motivierter Restaurator:innen, um fachgerecht konserviert und erhalten zu werden.