Thüringer Fernwasserversorgung
Erfurt, Thüringen
Am frühen Morgen kriegst du einen Anruf vom Umweltamt. In einem See sind plötzlich mehrere Fische verendet! Noch am selben Tag nimmst du vor Ort Wasserproben und analysierst die Proben im Labor. Du findest heraus, dass das Nährstoffvorkommen im See durch Düngemittel verschlechtert wurde.
So oder so ähnlich könnte ein Tag in deinem Job als Hydrochemiker:in aussehen. Du untersuchst Gewässer und findest heraus, was hinter Veränderungen steckt, damit Maßnahmen rechtzeitig ergriffen werden können und Umwelt und Trinkwasser geschützt werden.
Für den Job als Hydrochemiker:in brauchst du in der Regel ein Bachelorstudium – entweder klassisch in Chemie oder in einem verwandten Bereich wie Umwelt-, Geo- oder Ingenieurwissenschaften. Im anschließenden Masterstudium, kannst du dich durch Wahlpflichtmodule, zum Beispiel in Wasserchemie oder Gewässeranalytik, gezielt auf die Hydrochemie spezialisieren.
Je nach Hochschule kannst du auch über Studiengänge wie Hydro Science and Engineering, Wasserwirtschaft oder Hydrologie einsteigen.
Neben der grauen Uni-Theorie und den klassischen Standard-Laborpraktika zählt in der späteren Berufspraxis vor allem der sichere Umgang mit modernen Analytik-Großgeräten und Qualitätsmanagement-Systemen. Es lohnt sich daher, frühzeitig den Blick über den Tellerrand des Hörsaals zu wagen. Freiwillige Praktika oder deine Bachelor- oder Masterarbeit bei Wasserversorgern, in Umweltämtern oder bei spezialisierten Industrieunternehmen bringen dir genau die Praxiserfahrung, die dich nach dem Studium auf dem Arbeitsmarkt abhebt.
Neben dem Studium zählen außerdem analytisches Denken, Präzision im Labor, Technikverständnis für moderne Messgeräte und echte Leidenschaft für den Gewässerschutz.
Wasserproben nehmen und im Labor untersuchen
Schadstoffe messen
pH-Wert und andere Werte prüfen
Messergebnisse auswerten
Berichte schreiben
Grenzwerte kontrollieren
Messgeräte bedienen und warten
Ursachen für Verschmutzung finden
Maßnahmen zum Gewässerschutz vorschlagen
Als Hydrochemiker:in stehen dir ziemlich viele Türen offen. Du kannst zum Beispiel in Umwelt-, Trinkwasser- oder Abwasserlaboren arbeiten und dich dort auf bestimmte Schadstoffanalysen spezialisieren.
In Umweltfachämtern, Ingenieurbüros oder Umweltinstitutionen kannst du an größeren Projekten mitarbeiten und Gutachten erstellen oder später sogar selbst die Projektleitung übernehmen. Wenn du eher technisch unterwegs sein willst, bieten Unternehmen für Wasserbehandlung oder Altlastensanierung spannende Möglichkeiten, konkrete Lösungen für Umweltprobleme zu entwickeln.
In den Umweltabteilungen großer Industrieunternehmen kannst du im Bereich Umweltmanagement oder Nachhaltigkeit durchstarten und mit dafür sorgen, dass Unternehmen umweltfreundlicher und verantwortungsvoller handeln.
Du hast es vielleicht schonmal gehört, aber in Mitteldeutschland geht echt mehr als du denkst. Und diese Unternehmen leben’s vor. Check die mal aus!
Als Hydrochemiker:in sicherst du unsere Lebensgrundlage, denn sauberes Wasser ist eine der wertvollsten Ressourcen der Erde. Deine Aufgaben sind dabei so zukunftsorientiert wie vielfältig – von der modernen Trinkwasseraufbereitung über das Eliminieren von Medikamentenrückständen bis hin zum innovativen Phosphor-Recycling aus Abwasser. Deine Arbeit hat echten Umwelt-Impact. Nachhaltiger geht’s eigentlich kaum!
Der Beruf wird zunehmend technologiegetrieben. Innovative Verfahren wie UV-, Ozon- oder Photokatalyse-Technologien gehören ebenso zum modernen Standard wie mobile Analysegeräte für präzise Echtzeit-Messungen direkt vor Ort. Angetrieben wird diese Entwicklung von globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel, akuter Wasserknappheit und dem Auftreten neuartiger Schadstoffe.
Ja, und zwar langfristig. Sauberes Wasser wird durch Klimawandel und Umweltbelastungen immer mehr zur Herausforderung. Deshalb brauchen Behörden, Labore, Ingenieurbüros und Unternehmen Fachleute, die sich mit Wasserchemie auskennen. Kurz gesagt: Wer unser Wasser schützt, wird auch in Zukunft gebraucht.