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Chemikant:in

Als Chemikant:in steuerst und überwachst du chemische Produktionsprozesse, damit aus Rohstoffen sicher und präzise neue Produkte entstehen.

Das Wichtigste auf einen Blick

Ausbildungsformen

Ausbildungsdauer

3 Jahre

Skills

BeharrlichkeitEinsatzbereitschaftPragmatisches HandelnProblemlösungskompetenzQualitätsbewusstseinSelbstständiges ArbeitenSorgfaltStrukturierte ArbeitsweiseTechnisches VerständnisVerantwortungsbewusst

Gehalt

Ø 50.385 €/Jahr, 4.199 €/mtl., brutto, Mitteldeutschland (Stand: 01/2025)
Teller

Naturwissenschaften findest du spannend, aber Uni muss nicht sein? Dann ist Chemikant:in vielleicht dein Job! Hier stellst du im großen Stil chemische Produkte her, die wir alle brauchen – ob Waschmittel, Farben oder Kunststoffe. Das Ganze läuft über große Maschinen, die du über den PC steuerst – wie Kuchen backen mit technischem Feinschliff. Bei der Waschmittelproduktion z.B. wirfst du die Rohstoffe im richtigen Mengenverhältnis in einen riesigen Mixer: mit dabei sind Schmutzlöser (alias Tenside), Duftstoffe und sogenannte Enzyme, die Fett und Eiweiß abbauen. Damit die Quali immer stimmt, überwachst du die Produktion und nimmst Proben, die von dir oder deinen Kolleg:innen im Labor analysiert werden. Außerdem wartest du die Maschinen und checkst, ob bei der betriebseigenen Abwasserreinigung alles läuft. Wenn‘s einen Defekt gibt, greifen Chemikanten und Chemikantinnen übrigens selbst zur Werkzeugkiste. Hast du Lust anzupacken und kannst mit Schichtarbeit, Dämpfen und Lärm gut leben? Dann wird dir in diesem Job bestimmt nicht langweilig!

Abdeckung

Von der Idee zum Job
So hat's geklappt – ganz ohne Zauberformel.
Max
Du meintest mal, du wolltest was Nachhaltiges machen… wo bist du gelandet?
In der Chemie 😌 Ich arbeite jetzt als Chemikantin.
Max
Echt? Wie bist du da drauf gekommen?
Hab nach der Schule ’ne Ausbildung gestartet, weil ich was Praktisches machen wollte. Im Laborpraktikum hat’s dann Klick gemacht.
Und jetzt machst du Impact?
Jup! Viele denken, Chemie wäre nur dreckig, aber bei uns läuft voll viel über Recycling und saubere Prozesse.
Klingt echt sinnvoll.
Voll! Ich hab mir extra ’nen Betrieb gesucht, der Nachhaltigkeit ernst meint 💚

Voraussetzungen

Voraussetzung, um in diesem Job arbeiten zu können, ist eine abgeschlossene Ausbildung zur Chemikantin oder zum Chemikanten. Diese dauert 3,5 Jahre und findet parallel im Betrieb und in der Berufsschule statt. Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss für den Start der Ausbildung vorgegeben. Die meisten Auszubildenden haben einen mittleren Bildungsabschluss (10. Klasse) oder eine Hochschulreife (Fachabi oder Abitur), aber auch mit einem Hauptschulabschluss kann sich die Bewerbung lohnen. 

Von Vorteil sind auf jeden Fall Kenntnisse in Chemie, Physik, Mathe oder im technischen Bereich. Wichtig ist auch, dass du gerne aktiv mit anpackst und beim Arbeiten gründlich und zuverlässig bist. Bringst du auch noch Interesse an Technik und ein gewisses handwerkliches Talent mit, passt alles! 


Was man im Job macht

Vom Leitstand aus Produktionsanlagen steuern und überwachen

Störungen erkennen und beheben

Kontrollgänge über die Anlage

Messwerte wie pH-Werte, Temperatur oder Druck überprüfen

Messdaten digital erfassen und auswerten

Qualitätskontrollen im Labor: Stoffe und Produkte mit chemischen und physikalischen Methoden testen

Chemische Stoffe aufbereiten: z.B. filtrieren, trocknen oder destillieren

Maschinen und Anlagen warten und reinigen

Abwasser und Abfälle umweltschonend aufbereiten oder entsorgen

Abläufe dokumentieren


Ein typischer Arbeitstag

14:00 Uhr
Schichtstart in der Farbproduktion: der Schutzanzug sitzt. Im Leitstand besprecht ihr euch kurz im Team über die anstehenden Kontroll- und Wartungsarbeiten.
14:15 Uhr
Kontrollgang durch den Betrieb: Treten irgendwo Störungen wie z.B. Rauchbildungen oder Undichtigkeiten auf? Nein, sieht alles gut aus.
15:30 Uhr
Während des Farbmischvorgangs testest du, ob Farbtöne und Konsistenzen stimmen. Hier passt alles.
17:45 Uhr
Eine Stunde Pause in der Kantine. Heute gibt’s Apfelstrudel als Nachtisch!
18:45 Uhr
Du überprüfst pH-Werte und Temperaturen auf den Displays der Produktionsanlagen.
20:00 Uhr
Ein Kessel macht Probleme: die Temperatur ist viel zu niedrig. Du meldest die Störung den Kolleg:innen im Leitstand und beginnst mit der Fehlersuche.
22:45 Uhr
Du konntest den Fehler finden: ein Heizstab war schuld. Das Ersatzteil kann die Nachtschicht dann direkt einbauen – denn du hast gleich Feierabend. Du dokumentierst alles und dann ab nach Hause! Morgen früh ausschlafen 😊

Perspektiven & Weiterbildung

Als Chemikant:in kannst du in vielen Bereichen dazulernen. Durch Anpassungsweiterbildungen frischst du dein Wissen auf, z.B. in den Bereichen Qualitätsprüfung, Verfahrenstechnik oder elektrischer Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik.

Wenn du Lust auf mehr Verantwortung hast, bietet dir eine Aufstiegsweiterbildung die Chance, Führungspositionen zu übernehmen – z.B. als Industriemeister:in in der Fachrichtung Chemie oder als Techniker:in für Chemietechnik oder Umweltschutztechnik.

Du hast eine Hochschulzugangsberechtigung? Dann steht dir auch ein Studium offen – etwa in den Studiengängen (Bio-)Chemie oder Chemieingenieurwesen. Oder wie wärs mit einem Bachelor in Produktions-, Verpackungs-, oder Kunststofftechnik

Das Hantieren mit chemischen Stoffen ist das Richtige, aber dich reizt eher der weiße Kittel und die Arbeit im Labor? Dann check doch mal die Ausbildung als Chemielaborant:in aus! Während Chemikant:innen vor allem die groben Arbeiten an Maschinen und Anlagen verrichten, arbeiten Chemielaborant:innen mit Reagenzgläsern und kleineren Geräten im “sauberen Labor”. 
Pharmakant:innen hingegen machen eine ganz ähnliche Arbeit wie Chemikant:innen, nur werden sie meistens in der Herstellung von Medikamenten eingesetzt. Auch als Chemikant:in kannst du diese Jobs in der Pharmaindustrie manchmal übernehmen – oder du machst direkt die Ausbildung als Pharmakant:in.
Eine andere Alternative ist die Ausbildung zur Produktionsfachkraft Chemie. Auch hier lernst du die chemischen Grundlagen und den Umgang mit Anlagen in der chemischen Industrie. Dadurch, dass die Ausbildung “nur” zwei Jahre dauert, kannst du schneller in den Beruf einsteigen, hast aber ein weniger vertieftes technisches Fachwissen und bekommst in der Regel ein etwas niedrigeres Gehalt als Chemikant:innen.


Im Herzen von Mitteldeutschland
Regionale Relevanz

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Du hast noch Fragen?

Nachhaltigkeit & Zukunft

Chemie muss kein Umweltkiller sein – als Chemikant:in arbeitest du heute immer häufiger in Bereichen, in denen Recycling, grüne Chemie und emissionsarme Produktion im Mittelpunkt stehen. Ob biologisch abbaubare Kunststoffe, nachhaltiger Flugzeugtreibstoff oder Technologien wie Carbon Capture and Utilization, bei denen CO₂ aus Abgasen weiterverwendet wird – du kannst aktiv dazu beitragen, Ressourcen zu schonen und klimaschädliche Emissionen zu reduzieren.

Die chemische Produktion wird zunehmend automatisiert, sodass smarte Technologien deinen Arbeitsalltag erweitern. Datenbrillen (Augmented Reality) unterstützen dich z. B. dabei, Störungen schneller zu finden und Reparaturen durchzuführen, und auch Roboter übernehmen einzelne Routinetätigkeiten. Wer offen für technische Innovationen ist und sich weiterbildet, hat klare Vorteile.

Total – gut ausgebildete Chemikant:innen werden weiterhin stark nachgefragt, besonders weil die Branche sich in Richtung nachhaltige Prozesse und moderne Produktionstechnik entwickelt. Qualifizierte Fachkräfte, die beides beherrschen, sind entsprechend sehr gefragt.

Nachhaltigkeit

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